- Gesamtamerikanische Freihandelszone
- 1994 von B. Clinton, damals Präsident der Vereinigten Staaten, sowie 33 Staats- und Regierungschefs auf dem ?Amerika-Gipfel? in Miami für 2005 geplant: als von Alaska bis Feuerland reichende Freihandelszone, als Gemeinsamer Markt, in dem 800 Mio. zahlungskräftige Menschen leben. Eine funktionsfähige ALCA könnte die auf den beiden amerikanischen Subkontinenten bereits bestehenden Freihandelsabkommen ersetzen, falls es gelänge, die Interessengegensätze zu überwinden.
- Geschenke
- Gelten in den meisten Kulturen als Respektbezeugung. Für die gezielte ?Pflege? von persönlichen und geschäftlichen Beziehungen sind sie insb. in kollektivistischen Ländern u.a. als Gastgeschenke von großer Bedeutung. Zwar ist auch dort Bestechung offiziell verpönt; nicht aber die Zueignung von ?Geschenken?, was einen fließenden Übergang zur Korruption schafft.
- Geschlecht
- Überaus bedeutsame, aber häufig unterschätzte intervenierende Variable zentraler makro- und mikroökonomischer Prozesse. So zählt zu den entscheidenden Besonderheiten gering entwickelter Länder u.a. die geringe Partizipation von Frauen am gesellschaftlichen Leben.
- Geschlechterstereotyp
- Spezielle Erscheinungsform eines Stereotyps. Wie beim Länderstereotyp ist damit eine simplifizierende bzw. schematisierende kognitive Struktur gemeint, die Annahmen darüber repräsentiert, welche Merkmale (Attribute, Persönlichkeitseigenschaften etc.) für die Mitglieder einer sozialen Gruppe charakteristisch sind. Komplexer strukturierte Stereotypen sind als Schema kognitiv repräsentiert.
- Geschlechterunterschied
- Wird in der einschlägigen Literatur unter dem Stichwort gender behandelt. So hat sich gezeigt, dass bei Auslandsentsendungen Frauen nicht nur im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen, sondern auch gemessen an dem Anteil, den Frauen an Führungspositionen haben, seltener zum Einsatz kommen.
- Gesellschaft, säkulare
- Hauptsächlich im Geltungsbereich der jüdisch-christlichen Religionstradition entstandene Gesellschaftsform, in welcher, unter dem Einfluss von Philosophie, Aufklärung und objektivierender Wissenschaft, die Religionen nur mehr eine Stimme im Pluralismus der Weltanschauungen haben.
- Gesetz zur Regelung der Sicherheitsanforderungen an Produkte und zum Schutz der CE-Kennzeichnung
- Wurde 1997 als einheitlicher Sicherheitsstandard für Konsumgüter im Europäischen Binnenmarkt verabschiedet. Demnach sind auf jedem Produkt jene Gefahren kenntlich zu machen, die im Verlauf von dessen Lebenszyklus auftreten können. Im Falle von technischen Produkten verlangt das ?EU-Produktsicherheitsgesetz?, dass Erwerber in ?verständlicher? Weise über den Produktionsprozess sowie die durchgeführten (Sicherheits-)Prüfungen informiert werden sowie eine aussagefähige Montage- bzw. Bedienungsanleitung erhalten (= technische Dokumentation).
- Gini-Koeffizient
- Konzentrationsmaß, das bei vollkommener Gleichverteilung Null und bei vollkommener Ungleichverteilung (d.h. maximaler Konzentration) Eins beträgt. Der Gini-Koeffizient ist die bekannteste Kennzahl zur Messung der Einkommensverteilung.
- Gleichgewicht, außenwirtschaftliches
- Eines der zentralen Ziele der Konjunkturpolitik. § 1 des Stabilitätsgesetzes verpflichtet Bund und Länder dazu, mit ihrer Wirtschafts- und Finanzpolitik folgende Kriterien zu erfüllen: Preisniveaustabilität, hoher Beschäftigungsgrad, stetiges, angemessenes Wachstum und außenwirtschaftliches Gleichgewicht.
- Gleitzoll
- Zollart, die dazu bestimmt ist, den eigenen Markt variabel zu schützen und die Inlandspreise stabil zu halten. Hierzu steigt bzw. sinkt die Zollbelastung mit sinkendem bzw. steigendem Importpreis.
- Global Citizen
- Mehr als der traditionelle Weltbürger, der sich frei und selbstverständlich zwischen einer größeren Anzahl von Staaten bewegt. Der 'global citizen' übernimmt zunehmend auch Verantwortung für dieses supranationale Gemeinwesen.
- Global Commerce Initiative
- Plattform der weltweit führenden Unternehmen der Konsumgüterwirtschaft aus Industrie, Handel und Dienstleistungsunternehmen. Wichtigstes Ziel der ca. 300 Mitglieder dieser Initiative ist es, technische Standards zu definieren, die z.B. für Produkt-Identifikation, logistische Kette, Global Scorecard und CPFR (Collaborative Planning, Forecasting and Replenishment) bedeutsam sind.
- Global Compact
- Codex von neun universalen, an den Menschenrechten orientierten Grundsätzen der Unternehmensführung, welche insgesamt dafür sorgen, dass die Vertragspartner als Good Corporate Citizen auftreten.
- Global Core
- Modell der Konzernführung, wonach sich eine zahlenmäßig reduzierte Konzernführung (freiwillig) auf wenige Kernaufgaben konzentriert und entsprechend der Zuständigkeitsbereich der weitgehend selbständigen und marktnah operierenden Geschäftseinheiten erweitert wird. Dieses Führungsmodell scheint zwar eine Möglichkeit zur Bewältigung des Standardisierungs-/Differenzierungsproblems zu eröffnen, aber zugleich die Schnittstellenproblematik zu vergrößern.
- Global Governance
- 1995 von einer UN-Kommission in ihrem Bericht ?Our Global Neighbourhood? vorgeschlagenes Konzept, das ordnungspolitisch ein Gegengewicht zur Globalisierung der Märkte schafft. Global Governance ist eine besondere Erscheinungsform von Corporate Governance.
- Global Government
- (Fiktive) Weltregierung, die angesichts einer als ungezügelt und bedrohlich empfundenen Globalisierung der Märkte vielfach als Ordnungsmacht gefordert wird. Realitätsgerechter als diese Utopie aber ist das Konzept der global governance.
- Global Localisation
- Weltweit orientierte Standortpolitik, deren wichtigste Zielsetzung darin besteht, ein internationales Geflecht von Produktionsstätten zu schaffen, dessen Flexibilität der Dynamik relativer Kostenvor- und Kostennachteile der einzelnen Standorte Rechnung trägt. Ein solcher Produktionsverbund ist eine entscheidende Voraussetzung für Global Sourcing.
- Global Manager
- Idealtypisches Konzept einer Führungskraft, die aufgrund besonderer Eigenschaften und Erfahrungen weltweit in sämtlichen Märkten bzw. Kulturen erfolgreich tätig ist bzw. das Potenzial dazu besitzt.
- Global Player
- Unternehmen wie Coca Cola, Nestlé oder Siemens, die den Weltmarkt als ihren Markt betrachten und einen bedeutenden Teil ihrer Unternehmenswerte global erwirtschaften (internationale Wertkette). Häufig dient auch der Anteil des Auslandsvermögens als Indikator dafür, wie stark ein Unternehmen in den Weltmarkt integriert ist.
- Global Programme against Money Laundering
- In Wien ansässige und weltweit tätige Aktion gegen Geldwäsche und illegalen Kapitaltransfer.
- Global Ressourcing
- Globale, strategisch ausgerichtete Beschaffung von Kapital- und Personalressourcen. Während aufgrund der Liberalisierung der Kapitalmärkte dieser Bereich vielfach schon tendenziell global ausgerichtet ist, wird Human Ressource Management (HRM) im Regelfall allenfalls international betrieben.
- Global Sourcing
- Strategische und weltweite Ausrichtung des Beschaffungsmanagements mit dem Ziel der Erlangung von Kosten- und/oder Qualitätsvorteilen und damit von Vorteilen im internationalen Wettbewerb. In dem Maße, wie der traditionelle Einkauf in Reichweite (international bzw. global) und Ausrichtung (strategischer Fokus) erweitert wird, entwickelt sich diese Unternehmensfunktion zum Global Sourcing.
- Global Village
- Vorstellung, dass aufgrund der Liberalisierung vieler Märkte und der informationstechnologisch bedingten Entwicklungssprünge (Informationsverarbeitungs- und -transferkapazität) bei drastisch verringerten Kosten viele der bislang bestehenden natürlichen Barrieren (z.B. Zeit und Entfernung) ihre Bedeutung verlieren. In der Folge würde sich die vielgestaltige, unüberschaubare Welt in einen für alle transparenten Marktplatz verwandeln.
- Globale Branche
- Unterliegt einem globalen Wettbewerb. In der Automobil-, der Halbleiter- oder der Uhrenindustrie etwa können Unternehmen in Zeiten der Globalisierung nur noch überleben, wenn es ihnen gelingt, ihre Unternehmensfunktionen weltweit zu integrieren.
- Globales Produkt
- Ist kulturfrei (culture free) und kann prinzipiell weltweit standardisiert vermarktet werden. Wie allerdings F.A. Maljers 1994 anlässlich des dritten Berlin Top Management Forum darlegte, sind globale Produkte eher die Ausnahme, da es den globalen Verbraucher nicht gibt.