- G10-Gruppe
- Informelles Gremium, bestehend aus den Industrieländern Belgien, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, Niederlande, Schweden und USA. 1962, anlässlich des Abschlusses der Allgemeinen Kreditvereinbarung (AKV) mit dem Internationalen Währungsfonds (IWF) gegründet, besteht die Aufgabe der G10-Gruppe darin, die gemeinsamen währungspolitischen Interessen der Mitgliedsländer zu definieren und insb. gegenüber dem IWF zu vertreten.
- G15-Gruppe
- Loser Zusammenschluss von 15 Entwicklungsländern, die regelmäßig Gipfeltreffen abhalten, um gemeinsam ihre wirtschaftlichen Probleme zu lösen.
- G5-Gruppe
- Gruppe jener fünf Mitgliedsländer des Internationalen Währungsfonds (IWF), deren Währungen den Korb der Sonderziehungsrechte ausmachen. Als Folge der Schuldenkrise von 1982, als zahlreiche Entwicklungsländer ihre Zahlungsunfähigkeit erklären mussten, intensivierten und institutionalisierten die damals führenden Welthandelsnationen Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Japan und die USA ihre währungspolitische Zusammenarbeit mit dem Ziel, durch koordinierte Interventionen ihrer Zentralbanken den erwarteten starken Kursverlust des US-Dollars aufzufangen
- G6-Gruppe
- Gruppe der sechs führenden Wirtschaftsmächte des asiatisch-pazifischen Raumes (Australien, China, Hongkong, Japan, Singapur und die USA). Ziel dieser 1997 gegründeten Vereinigung ist es, durch verstärkte finanz- und währungspolitische Zusammenarbeit Währungskrisen in dieser Region zu verhindern.
- G7-Gruppe
- Zur Vorbereitung des so genannten Weltwirtschaftsgipfels jährlich anberaumtes Treffen der Finanzminister und der ?Notenbank-Chefs? der sieben führenden Industrienationen (Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Japan, Kanada, USA).
- G77-Gruppe
- Lose Vereinigung von anfänglich 77 Entwicklungs- und Schwellenländern, welche das Ziel einer gerechten Weltwirtschaftsordnung verfolgen. Die ?Gruppe der 77? forderten im Jahre 1961 die westlichen Industriestaaten zu verstärkter Entwicklungshilfe auf, um so einen Beitrag zur Überwindung des von dieser Staatengruppe verschuldeten Kolonialismus und Imperialismus zu leisten. Mittlerweile gehören der ?Gruppe der 77? weit mehr als 77 Staaten an.
- G8-Gruppe
- Seit der Auflösung des COMECON und der späteren Assoziierung Russlands inoffizielle Bezeichnung für das Treffen der G7-Gruppe, die aufgrund der Beteiligung Russlands bisweilen auch G8-Gruppe genannt wird.
- Ganzheitlicher Ansatz der Internationalisierung
- 'Erfasst, bspw. in Gestalt des so genannten GAINS-Ansatzes von K. Macharzina & J. Engelhard, simultan die wesentlichen Faktoren, welche die Internationalisierung der Unternehmenstätigkeit beschleunigen oder hemmen. Aufgrund ihrer Komplexität und der vielgestaltigen Interaktionen entziehen sich derartige Struktur- und/oder Prozessmodelle jedoch im Regelfall einer umfassenden empirischen Überprüfung.
- Gastgeschenke
- Sind, wie andere Geschenke auch, in den meisten Gesellschaften und Kulturen prinzipiell üblich. Was sich jedoch im konkreten Fall zum Gastgeschenk eignet und was nicht, ist im hohem Maße kulturabhängig.
- Gebrauchsanleitung
- Muss nach einer EU-Ratsentschließung über ?Gebrauchsanleitungen für technische Konsumgüter? vom 17.12.1998 ?in einer angemessenen Sprache verständlich und benutzerfreundlich formuliert werden?. Dies gilt auch und vor allem für die vorgeschriebenen Sicherheitshinweise.
- Gefühlsprotektionismus
- Spielart des Protektionismus. Hierbei wird versucht, nicht-tarifäre Handelshemmnisse zu errichten, indem man heimische Verbraucher bzw. professionelle Entscheider dazu bewegt, ausländische Erzeugnisse nicht zu kaufen oder heimische Erzeugnisse zu bevorzugen. Dies kann mehr (in Gestalt von Boykott-Aufrufen) oder weniger offenkundig (in Gestalt von Buy National-Kampagnen) geschehen.
- Gegengeschäft
- Unterkategorie des Kompensationsgeschäfts. Die Besonderheit des Gegengeschäfts liegt darin, dass ein einziger Vertrag sowohl die Lieferung von Ware und/oder Dienstleistung durch die eine Seite und deren Bezahlung durch eine ?Gegenlieferung? (von Ware und/oder Dienstleistung) regelt.
- Gegenkultur
- Ähnlich der Subkultur eine Gruppierung innerhalb der (Mainstream-)Kultur. Anders als die Parallelgesellschaft entwickelt die Gegenkultur in bewusster Ablehnung der bürgerlichen Gesellschaft ihre eigene Wertehierarchie sowie eigene Rituale, Symbole und Normen. Im Verlauf einer Zeitenwende, wie sie etwa der Erste Weltkrieg (= ?Industrialisierung des Krieges?) oder die Globalisierung (= Verlust der Schutzwirkung von Grenzen aller Art) repräsentieren, kommt es regelmäßig zu einer Stärkung der Gegenkultur.
- Gemeinsamer Fonds für Rohstoffe
- 1976 auf der vierten UNCTAD-Konferenz in Nairobi mit dem Ziel der Stabilisierung und nach Möglichkeit Erhöhung der Weltmarktpreise für 18 Rohstoffe eingerichtet.
- Gemeinsamer Markt
- Höchste Stufe der wirtschaftlichen Integration. Ein Gemeinsamer Markt wie die Europäische Union zeichnet sich aus volkswirtschaftlicher Sicht dadurch aus, dass alle Produktionsfaktoren uneingeschränkt mobil sind (z.B. Niederlassungsfreiheit für Unternehmen, freie Arbeitsplatzwahl sowie freier Kapitalverkehr). Im Gegensatz dazu begnügen sich die vorgelagerten Stufen der wirtschaftlichen Integration (z.B. Präferenz- und Freihandelszone bzw. Zollunion) mit dem Abbau von Handelsbeschränkungen bei Gütern.
- Gemeinsamer Zolltarif
- Einheitlicher Außenzolltarifvertrag, der von den Mitgliedsstaaten der Europäischen Gemeinschaft am 1.7.1968 in Kraft gesetzt wurde. Neben dem GZT dokumentiert der Deutsche Gebrauchs-Zolltarif auch Zolltarife nach nationalem Recht (welche durch das Gemeinschaftsrecht nicht abgedeckt sind).
- Gemeinschaftsmarke
- Allgemein eine von mehreren selbständigen Unternehmen kooperativ vertriebene Hersteller- oder Handelsmarke
- Gemeinschaftspatent
- Sollte die vergleichsweise hohen Kosten der Patentanmeldung in der Europäischen Union senken. Da die Einführung eines EU-weit gültigen Patents aber bis auf weiteres gescheitert ist (u.a. aufgrund der Weigerung der Franzosen, Englisch als einzige Vertragssprache anzuerkennen, müssen die Anmeldungstexte weiterhin kostenträchtig in alle Amtssprachen der Gemeinschaft übersetzt werden.
- General Agreement on Tariffs and Trade
- Verfolgt das Ziel, durch eine Senkung bzw. Reduzierung der Zollschranken den Welthandel zu fördern. Dasselbe gilt für den so genannten administrativen Protektionismus, der sich einer Vielzahl von Handelshemmnissen bedient (z.B. Ein- und Ausfuhrbeschränkungen, Kontingentierung von Importen, Selbstbeschränkungsabkommen).
- Generalisation
- Wichtiges lern- und erkenntnistheoretisches Prinzip. Hierbei werden Erfahrungen, die man mit einem Ereignis sammelt, auf die gesamte Klasse ähnlicher Ereignisse übertragen (?generalisiert?).
- Generic
- 'Auffassung, wonach Marketing als die gezielte Auseinandersetzung eines Unternehmens mit seiner Umwelt zu begreifen ist, unabhängig davon, ob es sich dabei um die nationale, die internationale, die globale oder die kulturelle Umwelt handelt. Nach Ansicht der Vertreter dieser Richtung erübrigt die generische Sichtweise die klassische Unterteilung in Domestic Marketing, Internationales Marketing und Global Marketing.
- Genetisches Modell der Internationalisierung
- 'Idealtypisches, d.h. die Realität stark vereinfachendes Phasenmodell der Internationalisierung. Von Stufe zu Stufe wird demzufolge der Anteil der im Inland erbrachten Kapital- und Managementleistungen kleiner, während die jeweiligen Auslandsanteile entsprechend wachsen. Parallel dazu werden gewöhnlich zwischen den in- und ausländischen Unternehmensteilen Ressourcen und Wertschöpfungsanteile verlagert.
- Geographisch benachteiligte Länder
- Untergruppe einer Typologie der Entwicklungsländer. Hierzu zählen vor allem Inselstaaten wie Ceylon oder landlocked countries wie die Zentralafrikanische Republik. Während Inselstaaten mangels unmittelbarer Nachbarstaaten und angesichts der aufgrund ihrer Insellage erhöhten Logistikkosten benachteiligt sind, erwächst die entscheidende Hypothek der Binnenstaaten aus ihrem fehlenden Zugang zu den Weltmeeren.
- GeoMarketing
- 'Informations- und PC-gestütztes Marketing, in dessen Mittelpunkt Geo-Informationssysteme stehen. Dabei werden geographische Daten mit soziodemographischen, ökonomischen und psychographischen Informationen verknüpft und als Raum-, Regional- und Strukturdaten zu anschaulichen digitalen Landkarten verarbeitet. Diese wiederum ermöglichen weltweit höchst detaillierte Gebiets-, Kunden-, Markt- und Standortanalysen sowie die Planung und Optimierung von Vertriebs- und Servicegebieten auf der Basis von Straßenabschnitten und im Extremfall einzelnen Gebäuden (und nicht mehr, wie früher, nach Postleitzahlengebieten).
- Gerechtigkeit
- Zentrale Kategorie normativ-kollektivistischer Gesellschaften. Während dort das Equality-Prinzip maßgeblich ist, hat in kognitiv-individualistischen Gesellschaften das Equity-Prinzip Vorrang.