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Factoring
Sonderform der kurzfristigen Fremdfinanzierung. Grundlage des Factoring ist ein Vertrag zwischen einem Unternehmen und einem Finanzierungsinstitut, dem Factor. Darin bietet das Unternehmen dem Factor alle oder ausgewählte Forderungen zum Kauf an. Im Gegenzug erklärt sich dieser bereit, für den Klienten u.a. folgende Funktionen zu übernehmen: Debitoren-Buchhaltung, Mahnungen und das Einholen der Beträge aus offenen Forderungen (Inkasso-Funktion), Übernahme des Risikos bei Forderungsausfall (Delcredere-Funktion) und Bevorschussung der angekauften Forderungen (Finanzierungs-Funktion).
Fading Out-Joint Venture
Internationales Gemeinschaftsunternehmen, das einem vertraglich festgelegten Zeitplan folgend in die Hand eines anderen, häufig inländischen Besitzers überführt wird. Entwicklungs- und Schwellenländer schreiben diese Klausel bisweilen aus Sorge vor einer Überfremdung ihrer Wirtschaft zwingend vor, wobei der ausländische Geschäftspartner häufig auch anfangs nur eine (49%-)Minderheitsbeteiligung erwerben darf.
Fairer Handel
Ziel verschiedenster Fair Trade-Organisationen, durch faire Handelsbedingungen im Welthandel für mehr Gerechtigkeit, Entwicklung etc. zu sorgen.
Familiensystem
Feudalistisch-konfuzianisches Prinzip der Strukturierung und Führung sozialer und ökonomischer Organisationen. Im Gegensatz zum sozialen Familiensystem, das auf natürliche Kooperation hin ausgerichtet ist, basiert jenes auf Autorität und Loyalität.
Fast Moving Consumer Goods
Schnell drehende Waren des täglichen Bedarfs.
Feasibility-Studie
Allgemein Machbarkeitsstudie. Dabei wird die Realisierbarkeit (im Sinne von Wirtschaftlichkeit) von Geschäftsvorhaben aller Art überprüft.
Feiertag
Jährlicher wiederkehrender, gewöhnlich arbeitsfreier Tag, der häufig religiös-kirchlichen Ursprungs ist (z.B. Weihnachten, Ostern), bisweilen aber auch weltlichen Charakter hat (z.B. 1. Mai). Offenkundig sind die Rituale, die an Feiertagen begangen werden (z.B. Verstecken von Ostereiern, Weihnachtsgeschenke, 1. Mai-Demonstration).
Feindseligkeit, kulturelle
Eine der fünf Dimensionen des Konzepts von Kultur, das V. Terpstra & R. Sarathy vorgeschlagen haben. Sie meinen damit hauptsächlich die Umwelt als eine Randbedingung der Unternehmenstätigkeit. Eine Kultur gilt dann als feindselig, wenn sie es einem Unternehmen nachhaltig erschwert, seine Ziele zu erreichen. Dieses Konzept ist abzugrenzen von dem der Fremdenfeindlichkeit.
Feminität
Die Kulturdimension "Maskulinität vs. Femininität" von G. Hofstede beschreibt, wie stark sich die geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen innerhalb einer Kultur unterscheiden. Angehörige maskuliner Gesellschaften erwarten von Männern, dass sie stark und selbstbewusst auftreten und materielle Ziele verfolgen. In femininen Gesellschaften hingegen überlappen sich die geschlechtsspezifischen Rollenerwartungen: Sowohl Männer als auch Frauen handeln femi-nin, d.h. zurückhaltend, sanft und harmoniegerichtet. In Werbeanzeigen müsste sich die maskuline kulturelle Prägung in der Betonung von Leistungsorientierung und Erfolg widerspiegeln.
Financial Action Task Force on Money Laundering
In Paris ansässiges multinationals Gremium zur Bekämpfung der Geldwäsche.
Finanzmanagement, globales
In hohem Maße abhängig von den weltweit höchst unterschiedlichen Rahmenbedingungen, z.B. rechtlicher und politischer Art. Traditionelle Aufgaben dieses Unternehmensbereiches, wie Kapitalbeschaffung, Kapitalstrukturpolitik, Finanzierung von Auslandsgeschäften oder Management von Wechselkursrisiken, wurden im Zuge der in den neunziger Jahren weltweit verstärkten Shareholder-Orientierung zu einem umfassenden Finanzmanagement integriert und im Sinne einer Internationalisierung der Rechnungslegung erweitert (z.B. nach den International Accounting Standards [IAS]).
Flaggen-Protektionismus
Systematische Bevorzugung inländischer Anbieter durch staatliche Instanzen. Wie in vielen anderen Staaten auch, so sind in den USA bspw. Behörden, Gemeinden etc. seit ca. 40 Jahren zum Buy American verpflichtet. Flaggen-Protektionismus ist eine Erscheinungsform der nicht-tarifären Handelshemmnisse.
Flagschiff
Multinationales Unternehmen, das global engagiert ist und dessen Zulieferer selbst ?Multis? sind (wie Du Pont, das General Motors mit Autolacken beliefert). Weiterhin zeichnet diesen Unternehmenstypus aus, dass er zu wichtigen Kunden über viele Jahre hinweg stabile Beziehungen unterhält.
Food and Agriculture Organization of the United Nations
Autonome Sonderorganisation der Vereinten Nationen, die 1945 gegründet wurde. Zentrale Ziele der FAO bestehen darin, den Lebensstandard weltweit zu steigern, die Ernährungssituation zu verbessern, die Agrarproduktion zu steigern, die Lebensbedingungen in den ländlichen Gebieten denen in den Städten anzunähern sowie Hunger und Unterernährung zu bekämpfen.
Forfaitierung
Abgeleitet von à fortfait, was ?in Bausch und Bogen? bzw. ?pauschal? bedeutet. Mit Blick auf die Finanzierung von Auslandsgeschäften ist damit der regresslose An- und Verkauf von kurz-, mittel- bzw. langfristigen Forderungen gemeint. Wurde im Rahmen eines Exportgeschäfts die Ware geliefert, kann der Exporteur seine daraus erwachsenden und verbrieften Forderungen (Schuldtitel) an den Forfaiteur verkaufen.
Frachtbrief
Erfüllt als Begleitpapier eine Beweisfunktion: dass Exporteur und Frachtführer (z.B. Spedition) einen Frachtvertrag abgeschlossen haben. Ein Frachtbrief kann auch ein Dispositionsrecht des Exporteurs verbürgen: dass das Transportgut zurückgehalten, zurückgegeben oder einem anderen Empfänger ausgehändigt werden kann.
Frachtfrei benannter Bestimmungsort
Wichtige Handelsklausel, wonach der Verkäufer die (Fracht-) Kosten bis zum Bestimmungsort trägt, der Gefahrenübergang aber mit der Übergabe der Ware an den ersten Frachtführer definiert ist.
Freihandelsabkommen, mitteleuropäisches
1992, im Gefolge der Erklärung, welche Polen, Ungarn und die damalige Tschechoslowakei 1991 im ungarischen Visegrád abgegeben haben, beschlossen. Ziele des Central European Free Trade Agreement (CEFTA) waren der schrittweise Zollabbau (bis 2001) und der Beitritt zur europäischen Union. Vertragspartner sind die so genannten Visegrad-Staaten, d.h. die Nachfolgestaaten der Tschechoslowakei (Slowakische und Tschechische Republik), Polen, Ungarn, Slowenien (1996) und Rumänien (1997).
Freihandelszone
Erscheinungsform der internationalen Integration. Um unbeschränkten Warenaustausch zu ermöglichen, vereinbaren zwei oder mehr Länder in einem Handelsabkommen, in ihrem Intra-Handel alle Zölle und sonstige Handelsschranken abzubauen. Anders als die Mitglieder einer Zollunion betreiben sie gegenüber Drittländern allerdings weiterhin eine eigenständige Zollpolitik, können also gegenüber solchen Ländern ihre bisherigen Schutzmaßnahmen (z.B. Zölle) beibehalten.
Freiheit
Zentrale Kategorie des Denkens und Handelns in kognitiv-individualistischen Gesellschaften (Individualismus vs. Kollektivismus). Ein Maß für den Grad an wirtschaftlicher Freiheit, welche eine Gesellschaft den Wirtschaftssubjekten gewährleistet, ist der Economic Freedom Index.
Fremdheit
Zustand der Struktur- und Orientierungslosigkeit, der als bedrohlich empfunden wird (im Gegensatz zur Vertrautheit, die aus psychologischer Sicht Orientierung und Handlungssicherheit vermittelt). Die aus dem Fremdheitsgefühl erwachsende Verunsicherung lässt sich durch verschiedene Mechanismen der sozialen Informationsverarbeitung (z.B. Kategorisierung und Stereotypisierung) bewältigen.
FTAA
Geplante panamerikanische Freihandelszone, welche neben der NAFTA die MERCOSUR-Staaten umfassen soll.

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