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Europäische Wirtschaftliche Interessenvereinigung
Erste Rechtsform europäischen Rechts für Gesellschaften gemäß §235 des EG-Vertrages. Nicht nur erwerbswirtschaftliche, sondern auch andere juristische Einheiten des öffentlichen und des privaten Rechts können eine EWIV gründen. Prinzipiell bedarf der Vertrag zwar keiner besonderen Form; aber zumindest zwei der Mitglieder müssen aus verschiedenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Union stammen.
Europäische Wirtschafts- und Währungsunion
Verfolgt gemäß Art.2 EGV das Ziel eines beständigen, nicht-inflationären und umweltverträglichen Wachstums der Wirtschaft der Gemeinschaft. Überdies soll dafür gesorgt werden, dass die Volkswirtschaften der Mitgliedsländer (der Europäischen Union) konvergieren, wobei ein möglichst hohes Maß an Beschäftigung, sozialem Schutz und Lebensqualität anzustreben ist. Weitere Ziele der Wirtschafts- und Währungsunion sind der wirtschaftliche und soziale Zusammenhalt sowie solidarische Beziehungen zwischen den Mitgliedsländern.
Europäische Wirtschaftsgemeinschaft
1957 von Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und den Niederlanden als Unterzeichnerstaaten der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl im Rahmen der Römischen Verträge mit dem Ziel gegründet, eine Zollunion zu bilden und gegenüber Drittländern eine gemeinsame Handelspolitik zu betreiben. Faktisch durch die Fusion von 1967 mit der Europäischen Atomgemeinschaft und der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) beendet, besteht die EWG als Rechtsperson fort.
Europäische Zahlungsunion
1950 von den Mitgliedsstaaten der ® OEEC gegründet, wurde diese multilaterale Abrechnungs- und Kreditagentur 1958 wieder aufgelöst. Da nunmehr die Währungen von 14 Mitgliedsstaaten konvertibel waren, hatte sich die zentrale Funktion der EZU als Clearingstelle zur Verrechnung von Währungsguthaben und -defiziten der OEEC-Mitgliedsstaaten erübrigt.
Europäische Zentralbank
Primär für die Stabilität der europäischen Währung (Euro) verantwortlich. Die in Frankfurt/Main angesiedelte zentrale Institution der Europäischen Wirtschafts- und Währungsunion (EWWU) ist, darin dem Vorbild der Zentralbank der Bundesrepublik Deutschland folgend, von Weisungen der politischen Instanzen der Mitgliedsstaaten unabhängig. Die weiterhin bestehenden Zentralbanken der Mitgliedsländer sind zwar gleichfalls politisch, d.h. von ihren Regierungen unabhängig, nicht jedoch von der EZB, mit der zusammen sie das Europäische System der Zentralbanken (ESZB) bilden.
Europäische Zulassung
Gilt für alle Staaten der Europäischen Union. Die europäische Zulassung ist Teil der Bestrebung, die Zulassungsvorschriften für Medikamente international zu harmonisieren. Aus ökonomischer Sicht ist dies mehr oder weniger unumgänglich, da vielfach nur so ein hinreichend großes Marktpotenzial innerhalb der durch Patentschutz gesicherten und nach Ansicht der Pharma-Industrie zu knapp bemessenen Pay back-Periode erschlossen werden kann. Dies wiederum ist angesichts der gewaltigen Produktentwicklungskosten unabdingbar.
Europäischer Betriebsrat
Einzurichten von Unternehmen, die innerhalb der Europäischen Union in mehreren Mitgliedsstaaten tätig sind und mindestens 1.000 Arbeitnehmer beschäftigen, davon mindestens 100 in mindestens zwei verschiedenen Mitgliedsstaaten.
Europäischer Binnenmarkt
In der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) definiert als Einheitlicher Binnenmarkt der Europäischen Gemeinschaften. Mit Hilfe der vier Grundfreiheiten freier Warenverkehr, freier Dienstleistungsverkehr, freier Kapitalverkehr und freier Personenverkehr soll ein ?Raum ohne Binnengrenzen? geschaffen werden, der erhebliche Wachstumschancen bietet.
Europäischer Entwicklungsfonds
Von der Europäischen Gemeinschaft 1957 gegründeter Kredit- und Zuschussfonds, dessen Aufgabe darin besteht, den AKP-Staaten ?Hilfe zur Selbsthilfe? zu leisten.
Europäischer Gerichtshof
Höchste richterliche Instanz und eines der vier Hauptorgane der Europäischen Union. Dieses 1958 gegründete supranationale Rechtsorgan mit Sitz in Luxemburg ist die Verfassungs- und Rechtschutzinstanz der Europäischen Union. Sie entscheidet über Anwendung und Auslegung der ?Europäischen Verträge? und trägt maßgeblich zur Fortentwicklung des Gemeinschaftsrechts bei (u.a. im Bereich des Verbraucherschutzes).
Europäischer Rechnungshof
1975 gegründet, überprüft dieses Organ der Europäischen Union die Wirtschaftlichkeit der Einnahmen und Ausgaben der verschiedenen Institutionen der Gemeinschaft und berichtet darüber jeweils in einem Jahresbericht. Diese Finanzkontrolle ergänzt die internen Maßnahmen der verschiedenen Gemeinschaftseinrichtungen.
Europäischer Wirtschaftsraum
Innereuropäische Freihandelszone, gebildet von den damals 15 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union und von drei der vier verbliebenen Mitgliedsstaaten der Europäischen Freihandelszone (EFTA): Island, Liechtenstein und Norwegen.
Europäisches Amt für Betrugsbekämpfung
1999 gegründet, um die Europäische Gemeinschaft vor den verschiedenen Phänomenen von Wirtschaftskriminalität zu schützen. Zu den Aufgaben von Olaf zählt bspw. die Bekämpfung von Korruption und Steuerflucht, aber auch die Bewältigung EU-spezifischer Probleme wie Zigarettenschmuggel, Mehrwertsteuer-, Milchquoten- oder Strukturfonds-Betrug.
Europäisches Informationszentrum
Informiert die 545 Mio. Menschen in den 25 Mitgliedsländern der Europäischen Union über ihre Rechte und Pflichten sowie über Anliegen und Verlauf des europäischen Einigungsprozesses.
Europäisches Parlament
Laut §3 der Einheitlichen Europäischen Akte (EEA) die ?Vertretung der Völker der Mitgliedsstaaten? mit Sitz in Straßburg. Die Abgeordneten, deren Zahl seit der letzten Erweiterung auf 732 angewachsen ist, werden in nationalen Wahlen direkt gewählt und wählen dann ihrerseits das Präsidium.
Europäisches Patent
Rechtstitel, der gemäß den Richtlinien des am 5.10.1973 geschlossenen und am 7.10.1977 in Kraft getretenen Europäischen Patent-Übereinkommens (EPÜ) vom Europäischen Patentamt (EPA) auf die Dauer von 20 Jahren und für jene Staaten der Europäischen Union erteilt wird, für welche der Antragsteller den dort national wirksamen Rechtsschutz beantragt. Der Antragsteller bestimmt bei der Einreichung seiner Patentanmeldung, für welche der EPO-Staaten das Europäische Patent erteilt werden soll (Benennungsländer).
Europäisches Patentamt
Anlässlich des Europäischen Patentübereinkommens (EPÜ) von 1973 mit Sitz in München 1977 gegründetes Organ der Europäischen Patentorganisation (EPO). Neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union gehören Liechtenstein, Monaco und die Schweiz dieser supranationalen europäischen Organisation an. Zentrale Aufgabe der finanziell und verwaltungsmäßig unabhängigen Institution ist es, Europäische Patente zu erteilen. Zusammenfassend dient das Europäische Patentamt dem Markenschutz.
Europäisches System der Zentralbanken
Besteht aus den Zentralbanken der Mitgliedstaaten und der Europäischen Zentralbank (EZB). Das ESZB ist unabhängig und darf daher weder Weisungen der Mitgliedstaaten der Wirtschafts- und Währungsunion noch der europäischen Institutionen entgegennehmen. Die EZB wurde am 1. Juni 1998 offiziell gegründet und übt ihre Funktion seit dem 1. Januar 1999 aus. Hauptaufgabe ist es, für Preisstabilität zu sorgen.
Europäisches System Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen
Bewirkt die Vereinheitlichung des volkswirtschaftlichen Rechnungswesens innerhalb der Europäischen Union. Dies schließt u.a. EU-Standards für die Erfassung von Zahlungsbilanz und Input-/Output-Tabellen oder die Weiterentwicklung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung zu einer Ökobilanz ein.
Europäisches Verbraucherzentrum Kiel
Einrichtung der Verbraucherzentrale Schleswig-Holstein e.V. Allgemeines Ziel ist es, die Verbraucher darin zu unterstützen, dass sie im Europäischen Binnenmarkt ?grenzenlos? Waren kaufen und Dienstleistungen zu ihrem Vorteil in Anspruch nehmen können.
European Business Survey
Seit 1993 jährlich durchgeführte Befragung kleiner und mittlerer Unternehmen in 19 europäischen Ländern (?Mittelstandsumfrage?).
European Industrial Relations Observatory
1997 auf Initiative der Europäischen Kommission gegründet, analysiert und dokumentiert (u.a. im Internet) EIRO Daten der Mitgliedsstaaten der Europäischen Union zu Löhnen und Arbeitszeiten, Tarifverhandlungen, Streiks sowie Maßnahmen der Aus- und Weiterbildung. Diese werden mit den entsprechenden Angaben aus den Japan, USA und einigen osteuropäischen Staaten verglichen.
European Retail Round Table
Arbeitskreis der größten europäischen Handelsunternehmen. Ziele der ERRT sind die Pflege von Beziehungen (insbesondere zu den relevanten Institutionen der Europäischen Union) und die Mitwirkung an bzw. Einwirkung auf handelsrelevante politische Entscheidungen (z.B. Fortschreibung der EU-Umweltpolitik, gesetzliche Rahmenbedingungen für den E-Commerce, Liberalisierung des weltweiten Handels).
Europol
supranationale Behörde mit Sitz in Den Haag. Wie im Vertrag über die Europäische Union festgelegt, soll sie allgemein und europaweit, d.h. innerhalb der Gemeinschaft, Informationsaustausch und Kooperation zwischen den nationalen Polizeibehörden fördern. Vor allem die grenzüberschreitende Schwerkriminalität sowie Drogenhandel und Terrorismus sollen dadurch effektiver bekämpft werden.
EuroShop
Weltweit größte Investitionsgütermesse des Handels, die einen großen Anteil ausländischer Fachbesucher anzieht. Seit 1966 findet diese Fachmesse für Ladeneinrichtungen und Handelstechnik alle drei Jahre in Düsseldorf statt.

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