- EUROSTAT
- Statistisches Amt der Europäischen Union. Aufgabe dieser in Luxemburg ansässigen Institution ist es, von den nationalen Statistischen Ämtern vergleichende Daten über Preis-, Arbeitsmarkt- und Regionalentwicklung, volkswirtschaftliche Gesamtrechnung, Intra-Handel und Welthandel zu erfassen, zu dokumentieren und den Organen der EU (insb. der Europäischen Kommission) zur Verfügung zu stellen. Das methodologische Problem der Äquivalenz der gesammelten Daten wird für EUROSTAT insofern praktisch relevant, als nur vergleichbare Daten Grundlage des Verteilungsschlüssels für die Gemeinschaftsfonds sein und Entscheidungen begründen können, die allgemein Akzeptanz finden.
- Event Management-Theorie
- Geht davon aus, dass (auch) in Organisationen und Institutionen aller Art Ereignisse mehrdeutig und somit interpretationsbedürftig bzw. -fähig sind. Bei der Sinngebung können sich Angehörige dieser Einrichtungen (z.B. Manager) prinzipiell an formalen Regeln (u.a. Führungsleitsätze), den ?ungeschriebenen Gesetzen? der Organisation (Unternehmenskultur), Traditionen oder dem eigenen Weltbild orientieren.
- Evolutionspsychologie
- Versucht zu erklären, warum der Mensch im Laufe der Evolution so komplexe Kulturleistungen wie Sprache, Humor oder Kunst entwickelt hat. Ursprung menschlicher Kulturleistungen ist demnach nicht, wie von der klassischen Evolutionstheorie angenommen, der Kampf ums Überleben und die Suche nach Überlebensvorteilen, sondern die Partnerwerbung. Die Grundannahme der Evolutionspsychologen lautet: Wie jedes andere Organ, so hat sich auch das Gehirn im Laufe der Stammesgeschichte entwickelt.
- Existenzgründung
- In dynamisch wachsenden Ländern primär Ausdruck von Optimismus, Chancenorientierung und Vertrauen in die Marktfähigkeit der vom Existenzgründer angebotenen Produkte bzw. Dienstleistungen. In rezessiven Industriestaaten (z.B. Japan) und in weniger entwickelten Volkswirtschaften (Entwicklungs- und Schwellenländer) wird der Weg in die Selbständigkeit dagegen häufiger aus einer wirtschaftlichen Notlage heraus beschritten.
- Exotisierung
- Teils naiv verklärende, teils häufig unbewusst abwertende Darstellung des Fremden, wie sie bspw. in der Reiseliteratur des 19. Jahrhunderts und in den Reiseführern des 20. Jahrhunderts sichtbar wird. Mit Hilfe der Prinzipien der sozialen Wahrnehmung (z.B. Länderstereotyp, Selbstbild, Vorurteil) werden die in der eigenen Kultur tradierten Klischees über die jeweilige Fremdkultur als eine Art von ?sich selbst erfüllender Prophezeiung? reproduziert.
- Expatriate
- Mitarbeiter, die von ihrem Unternehmen aus beruflichen Gründen für längere Zeit ins Ausland entsandt werden. Anders als der Emigrant lebt bzw. arbeitet der Expatriate nicht auf Dauer im Ausland.
- Export-Factoring
- Variante des Factoring. Hierbei verkauft der Exporteur seine aus dem Exportgeschäft erwachsende Forderung an einen inländischen Factor. Dieser wiederum sichert sich dadurch ab, dass er sich von einem ausländischen Korrespondenz-Factor, mit dem er gewöhnlich zusammenarbeitet, eine Haftungszusage für den Importeur geben lässt.
- Export-Performance
- Ein von der OECD entwickelter Indikator der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Dabei wird die Exportdynamik eines Landes, d.h. die Veränderung seines Exportvolumens, mit der entsprechenden Entwicklung seiner Absatzmärkte in Beziehung gesetzt.
- export21
- Kongressmesse mit den Schwerpunkten Export und Direktinvestitionen, die Dezember 2004 erstmals in Frankfurt/Main stattfand. Dort werden Unternehmenskonzepte und Dienstleistungen zu den Themen Kommunikation, Sourcing, Produktion und Logistik, Finanzierung, Risikomanagement sowie Unternehmensführung im Ausland vorgestellt.
- Exportagentur
- Führt Waren und/oder handelbare Dienstleistungen in eigener Verantwortung, nicht jedoch auf eigene Rechnung aus. Der jeweilige Hersteller bzw. Leistungserbringer trägt die (Vertriebs-)Risiken und behält die Eigentumsrechte.
- Exportbeschränkung, freiwillige
- Zählt zu den nicht-tarifären Handelshemmnissen, da derartige Restriktionen im Regelfall alles andere als ?freiwillig? sind. Exportländer, die sich bereit erklären, lediglich eine bestimmte Menge von Produkten in ein bestimmtes Land zu exportieren, wollen damit noch restriktiveren Einschränkungen durch das Importland vorbeugen.
- Exporterfolg von Unternehmen
- Wird mit Hilfe verschiedener Indikatoren gemessen. Obwohl diese gewöhnlich nicht signifikant miteinander korrelieren, wird in der Exporterfolgs-Literatur vielfach nicht systematisch unterschieden, welches Erfolgsmaß verwendet wurde: Exportumsatz, Exportquote, Exportrendite.
- Exporterfolg von Volkswirtschaften
- Häufig genutzter Indikator der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Als einfachste Maßzahlen werden das (absolute) Exportvolumen und die (relative) Exportquote herangezogen. Als Operationalisierung werden u.a. der Anteil eines Landes am Weltexport, die Export-Performance oder die Bedeutung eines Landes als Lieferant für andere Länder gewählt.
- Exporteur
- Unternehmen, das einen bestimmten Mindesanteil seines Umsatzes (z.B. 10%) in ausländischen Märkten mit Hilfe der Exportstrategie erzielt.
- Exportfinanzierung
- Da die Europäische Kommission einen möglichen Interessenkonflikt zwischen dem allgemeinen Förderauftrag dieser Institution und der Finanzierung des Exportgeschäfts der deutschen Wirtschaft kritisierte, will die Förderbank des Bundes, die Kreditanstalt für Wiederaufbau, die Aufgabe der Exportfinanzierung einem Tochterunternehmen übertragen. Ab 1.1.2008 soll die KfW Ipex-Bank als rechtlich selbständige GmbH den deutschen und den europäischen Markt für Export- und Projektfinanzierung bearbeiten.
- Exportförderungs-Strategie
- Bevorzugte Förderung von Sektoren einer Volkswirtschaft, die aufgrund von Vorteilen im internationalen Wettbewerb geeignet sind, die für das Stammland erforderlichen Devisen zu beschaffen. Klassische Instrumente sind bspw. Zinssubventionen für Exportkredite oder Exportkartelle.
- Exportkalkulation
- Methoden zur Ermittlung des (Markt-)Preises von Exportware (vgl. auch INCOTERMS). Formal gesehen kommen dabei die üblichen Kalkulationsmethoden zum Einsatz (kosten-, abnehmer- und wettbewerbsorientierte Preisfindung).
- Exportkartell
- Dient gem. § 6 Abs. 1 GWB der Sicherung und Förderung der Ausfuhr. Man unterscheidet Exportkartelle, die gegründet werden, um bestehende Nachteile gegenüber ausländischen Konkurrenten auszugleichen (= defensives Exportkartell), von aggressiven Exportkartellen, welche die Verdrängung ausländischer Konkurrenten und die Durchsetzung von Monopolpreisen zum Ziel haben. Weiterhin gibt es einfache, auf Auslandsmärkte beschränkte Exportkartelle, die lediglich bei der Kartellbehörde anzumelden sind (= Anmeldekartelle), von den qualifizierte Exportkartelle, die auch inländische Märkte einschließen (= Erlaubniskartelle).
- Exportkontingent
- Staatlich verordnete Beschränkung des Imports bestimmter Produkte oder Produktkategorien. Ein Kontingent kann wertmäßig oder in Form der erlaubten Stückzahl festgelegt werden.
- Exportquote
- Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz eines Unternehmens. Aggregiert kann diese Maßzahl als einfacher Indikator für den Internationalisierungsgrad einer Branche genutzt werden.
- Extra-Handel
- Liegt aus Sicht des Europäischen Binnenmarktes dann vor, wenn Mitgliedsländer mit Drittländern Handel treiben (bspw. Ausfuhr französischer Ware nach Mexiko). Im Gegensatz dazu findet Intra-Handel zwischen Mitgliedsländern statt.