- Ausschreibung
- Öffentliche Bekanntgabe eines eigenen Beschaffungsbedarfs und Aufforderung an geeignete Anbieter, ein Angebot abzugeben, mit dem Ziel, unter potenziellen Anbietern einen Wettbewerb auszulösen.
- Auswirkungsprinzip
- Im deutschen wie im europäischen Kartellrecht verankerter Rechtsgrundsatz. Demnach sind die jeweiligen nationalen bzw. supranationalen Vorschriften auf alle Verstöße anwendbar, die sich in dem jeweiligen Rechtsgebiet auswirken, unabhängig vom Sitz der betroffenen Unternehmen.
- Außenhandel
- Grenzüberschreitender Warenverkehr einer Volkswirtschaft bzw. grenzüberschreitender Tausch von Gütern. Der Außenhandel umfasst den Import ausländischer Güter und den Export inländischer Güter.
- Außenhandelsbilanz
- Im übertragenen Sinn ?Saldo? von Exporten und Importen eines Landes. Die Bundesrepublik Deutschland erzielt regelmäßig einen erheblichen Exportüberschuss, zuletzt (= 2002) in Höhe von 127 Mrd. ?.
- Außenhandelspolitik
- Im engeren Sinn Gesamtheit aller ordnungspolitischen Maxime, Strategien und Maßnahmen, die geeignet sind, die Weltwirtschaftsordnung entsprechend dem jeweils gültigen Leitbild zu gestalten. Außenhandelspolitik im weiteren Sinn versucht, mit den Mitteln der Zollpolitik, Kontingentpolitik, nicht-tarifären Handelspolitik (den diversen administrativen Vorschriften), Zahlungspolitik (z.B. Ausfuhrprämien, Steuer- und Zollvergütung) und Handelspolitik die Prozesse des internationalen Handelsverkehrs zu gestalten.
- Außenhandelsrisiken
- Mit den verschiedenen Formen grenzüberschreitender Geschäftstätigkeit verbundenen Risiken. Hierunter versteht man in Abgrenzung zum Konzept der Unsicherheit, welches das subjektiv empfundene Risiko oder die Ungewissheit über die Konsequenzen unternehmerischer Entscheidungen meint, die mit jeder wirtschaftlichen Tätigkeit ?tatsächlich? bestehende Verlustgefahr.
- Außenhandelsstrategie
- Sektorale Entwicklungsstrategie, welche das Ziel verfolgt, den Entwicklungsländern eine verstärkte Teilnahme am internationalen Handel zu ermöglichen.
- Außenhandelsverflechtung
- Lässt sich mit Hilfe von Handelsmatrizen darstellen. Indem man die Gesamtheit der Welthandelsströme der am Welthandel beteiligten Volkswirtschaften in der dargestellten Weise erfasst, lassen sich wichtige Rückschlüsse auf Art und Intensität der internationalen Arbeitsteilung ziehen. Im Zeitvergleich wird so auch ein etwaiger Strukturwandel sichtbar, sowohl mit Blick auf den Welthandel insgesamt als auch hinsichtlich der Rolle, die einzelne Volkswirtschaften oder Regionen dabei spielen.
- Außensteuergesetz
- Soll, im Verbund mit dem Auslandsinvestitionsgesetz und speziellen Absätzen der diversen Einzelsteuergesetze, eine gleichmäßige Besteuerung solcher Personen bzw. Körperschaften gewährleisten, die Auslandsbeziehungen unterhalten. Wie das internationale Steuerrecht insgesamt soll auch das AStG zum Erhalt der internationalen Wettbewerbsfähigkeit deutscher Unternehmen beitragen.
- Außenwirtschaftsgesetz
- Regelt in der Nachfolge des von den Besatzungsmächten nach dem Zweiten Weltkrieg erlassenen Gesetzes zur Devisenbewirtschaftung den Waren-, Dienstleistungs-, Kapital-, Zahlungs- und sonstigen Wirtschaftsverkehr mit fremden Wirtschaftsgebieten. In den Geltungsbereich des AWG fällt auch der Verkehr mit Auslandswerten und Gold zwischen so genannten Gebietsansässigen.
- Außenwirtschaftstheorie
- Untersucht Rahmenbedingungen, Ursachen und Konsequenzen der wirtschaftlichen Austauschbeziehungen von Volkswirtschaften im realen und im monetären Sektor.
- Awareness Advertising
- Spezielle Form der internationalen Kommunikationspolitik. Mit ?awareness advertising? verfolgt ein Unternehmen das Ziel, bei potentiellen Zielgruppen bereits spezifische Produkterwartungen bzw. -images aufzubauen, noch bevor es seine Produkte oder Dienstleistungen in diesem Land anbieten kann. Hiermit soll zunächst zwar nur das Interesse für die umworbene Leistung geweckt werden. Wichtiger noch aber ist die frühzeitige Positionierung im Imageraum dieses Marktes. Zu den vorrangigen Zielgruppen dieser Kommunikationsstrategie zählen neben den Konsumpionieren hauptsächlich potentielle Distributeure.
- Änderungsbereitschaft
- Verhaltenswissenschaftliches Konstrukt, das Bestandteil des ?Meta-Konstrukts? Auslandsorientierung ist. Während Änderungsbereitschaft sich auf die organisationale Ebene bezieht, d.h. auf die Änderungsbereitschaft von Unternehmen (laterale Rigidität), meint Flexibilität die entsprechende individuelle Eigenschaft bspw. eines einzelnen Managers (im Sinne eines Persönlichkeitsmerkmals). Änderungsbereitschaft hat sich im interkulturellen Vergleich (Deutschland, Finnland und Japan) als einer der Prädikatoren von Exporterfolg erwiesen
- Bafa Bafa
- Allgemeines, d.h. kulturunspezifisches interkulturelles Training, das sich der Simulationsmethode bedient. Ursprünglich für die Zwecke der US-Navy entwickelt, ist Bafa Bafa mittlerweile auch Bestandteil des Vorbereitungsprogramms der Bosch-Gruppe. Um die kulturbedingte Relativität von Normen, Werten und Verhaltensweisen unmittelbar und so realistisch wie möglich erleben zu können, werden dabei die Kursteilnehmer einer von zwei fiktiven Kulturen zugeteilt.
- Band Waggon-Effekt der Internationalisierung
- Auslandsengagements, angeregt durch entsprechende Maßnahmen der Internationalisierung, die (inländische) Konkurrenten ergriffen haben (insb. bei Direktinvestitionen). Hinter dieser Imitations- bzw. Me too-Strategie wird in Anlehnung an das Konzept, das die Mikroökonomie zur Erklärung eines nicht-preisbedingten Nachfragezuwachses entwickelt hat, als 'band waggon' bezeichnet.
- Bankgarantie
- Instrument zur Sicherung von (Auslands-)Geschäften. Anders als die Bürgschaft ist die Bankgarantie nicht gesetzlich geregelt und, anders als bestimmte Formen des Akkreditivs, unwiderruflich. Durch die Verpflichtung, unabhängig vom (Waren-)Grundgeschäft dem Begünstigten auf dessen Aufforderung hin einen bestimmten Geldbetrag zu überweisen, sofern dieser die vereinbarten Voraussetzungen erfüllt, erhöht die Garantie die Bonität des Auftraggebers.
- Beschwerdemanagement
- Systematischer Einsatz von Instrumenten wie Garantie, Erleichterung der Kontaktaufnahme und Zusage einer unverzüglichen Bearbeitung von Reklamationen mit dem Ziel der Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit und der Stärkung der Kundenbindung. Die Ergebnisse der Zufriedenheitsforschung lassen erkennen, dass unzufriedene Kunden dem Unternehmen erheblich schaden können, z.B. indem sie abwandern oder negative Mund-zu-Mund-Propaganda betreiben.
- Betreibermodelle
- Formen internationaler Anlagengeschäfte, bei denen Anlagen- und Systemlieferanten sowie Generalunternehmer im Zuge der Internationalisierung der Geschäftstätigkeit ihr Leistungsspektrum insb. um Dienstleistungen ausweiten. Konkret handelt es sich dabei um die Finanzierung und den Betrieb von Anlagen.
- Big Five
- (1) Gruppe der größten Schwellen- bzw. Entwicklungsländer (Brasilien, China, Indien, Indonesien und Russland). Diese Volkswirtschaften stellen zusammen zwar die Hälfte aller (potenziellen) Arbeitskräfte, trugen 1992 aber nur 8% zum weltweiten Bruttosozialprodukt bei.
(2) Unter 'big five' versteht man auch fünf grundlegende Persönlichkeitsfaktoren (Extraversion, Neurotizismus, Verträglichkeit bzw. Liebenswürdigkeit, Offenheit für neue Erfahrungen, Gewissenhaftigkeit).
(3) Auch die konfuzianische Sittenlehre kennt 'big five'. Zu den 'wu lun', den fünf wichtigsten sozialen Beziehungen, zählt, in dieser in hohem Maße beziehungsorientierten Gesellschaft u.a. Pietät. - Binnenhandel
- Wirtschaftliche Austauschbeziehungen zwischen Wirtschaftspartnern, deren Standorte im Inland liegen. Binnenhandel liegt bspw. vor, wenn eine schwäbische Brauerei Hopfen aus dem Anbaugebiet rund um Tettnang bezieht. Vom Binnenhandel ist der Außenhandel abzugrenzen.
- Binnenhandelspolitik
- gestaltet und strukturiert die wirtschaftlichen Transaktionen zwischen Wirtschaftspartnern im Inland. Gegenstand der Binnenhandelspolitik sind vor allem die Förderung einer als effizient angesehenen Versorgungs-Struktur (etwa in Gestalt eines bestimmten Mixes von Handelsbetriebstypen und Handelsbetriebsgrößen). In zunehmendem Maße haben sich die Träger der Binnenhandelspolitik (öffentliche Institutionen wie Bund, Länder und Gemeinden sowie Verbände, Gewerkschaften und Bürgerinitiativen) auch mit Fragen der Verbraucherpolitik und des Umweltschutzes befasst.
- Binnenmarkt
- Gesamtheit aller Märkte einer Volkswirtschaft bzw. Gemeinschaft von Volkswirtschaften, auf denen im Inland erzeugte oder zum Zwecke des dortigen Verbrauchs importierte Güter gehandelt werden. Vom Binnenmarkt ist der Weltmarkt zu unterscheiden. Aufgrund von Import- und Exportbeziehungen sind beide Märkte interdependent. Die Einheitliche Europäische Akte (EEA) definiert ?Binnenmarkt? als ?Raum ohne Binnengrenzen?, in dem der freie Verkehr von Waren, Personen, Dienstleistungen und Kapital gewährleistet ist.
- Blickkontakt
- Wichtige Erscheinungsform der nonverbalen Kommunikation (Schweigen). Die einzelnen Kulturen unterscheiden sich nachhaltig darin, welche Art und Intensität des Blickkontakts sie jeweils als angemessen empfinden. Obwohl auch innerhalb des westlichen Kulturkreises beträchtliche Diskrepanzen bestehen, wird dort tendenziell ein offener, ruhiger Blick positiv bewertet, jedenfalls im Vergleich zum östlichen Kulturkreis, wo schnell der Eindruck des Indiskreten entsteht. Asiatische Gesprächspartner schauen sich im Regelfall immer nur für einen kurzen ?Augenblick? an, zwischendurch wandert der Blick länger gen Boden oder auf ihren Schoß.
- Bollywood
- in Analogie zu Hollywood, dem Zentrum und Mekka der amerikanischen Filmindustrie gewählte Wortschöpfung, welche die Filmmetropole Indiens bezeichnet: Bombay.
- Bonitätsrisiko
- Unterkategorie des Kreditgewährungsrisikos. Das Bonitätsrisiko umfasst einerseits das Schuldnerrisiko, d.h. die Gefahr, dass der Debitor seiner Verpflichtung nicht nachkommt und anstehende Zins-, Provisions- und/oder Rückzahlungen verweigert, und andererseits das Länderrisiko.