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Asienkrise
Vorrangig eine Finanz- und Bankenkrise der neunziger Jahre. Eine nicht geringe Rolle spielten bei der Asienkrise allerdings auch Vetternwirtschaft und Korruption. Letzter Auslöser aber war ein übermäßiger Zustrom an kurzfristigem ausländischen Kapital, was eine unverantwortlich risikoreiche bzw. unprofessionelle Kreditvergabe und in der Folge eine Überhitzung der Konjunktur in diesen Staaten begünstigt hat. Die Konsequenz war eine bubble. Als diese dann platzte, vollzogen die Kapitalströme eine plötzliche Kehrtwendung. Davon wiederum waren große Teile des Bankensystems der asiatischen Volkswirtschaften existenziell bedroht.
Assimilation
Anpassung an bzw. Verschmelzung mit der sozialen Umwelt (z.B. Unternehmenskultur, Landeskultur, Nachbarschaft, soziale Schicht). Als Assimilierer stuft J.W. Berry in einem Modell der Akkulturation solche Menschen ein, die großen Wert darauf legen, zu anderen kulturellen Gruppen Beziehungen zu unterhalten, denen es aber nicht wichtig ist, dabei die eigene kulturelle Identität zu wahren.
Assoziierungsabkommen
Verkörpert einen völkerrechtlichen Vertrag, der zwischen einer inter- bzw. multinationalen Institution und einem Nichtmitgliedsland besondere Beziehungen begründet (aber keine Vollmitgliedschaft). Vor allem die Europäische Union bedient sich dieses Instruments, um ihre Außenbeziehungen zu gestalten.
Atlantik-Charta
Am 14.8.1941 ?auf dem Atlantik? (d.h. an Bord des Schlachtschiffs Prince of Wales) zwischen F.P. Roosevelt und W. Churchill getroffene Vereinbarung über die Grundzüge einer Nachkriegs-Weltordnung; diese sollte auf den Prinzipien ?Gewaltverzicht, Selbstbestimmungsrecht der Völker, vier Freiheiten (Meinungs- und Redefreiheit, Religionsfreiheit, Freiheit von Not [Armut] und Freiheit von Angst) basieren sowie auf einer Organisation, welche für die ?Weltsicherheit? zuständig ist (Vereinte Nationen).
ATLAS
Automatisiertes Tarif- und Lokales Zollabwicklungssystem
Attrappe
Stark vereinfachte Abstraktion eines Schlüsselreizes, auf den Angehörige unterschiedlicher Kulturen, vermutlich auf Grund angeborener Verhaltensdispositionen, mehr oder weniger automatisch und stereotyp reagieren (zumeist emotional).
Attributdominanz
Informationsökonomisch begründete Annahme, dass das Herkunftsland eines Produktes (?Made in-Information?) wie ein 'information chunk' wirkt und es bei peripherer Informationsverarbeitung erübrigt, ein Produkt differenziert hinsichtlich mehrerer Leistungsbestandteile zu beurteilen. Der damit gemeinte ?Country of Origin-Effekt? wird in Abgrenzung zum ?Halo-Effekt? auch als 'summary construct' bezeichnet.
Attributionstheorien
Erklären die Art und Weise, wie Laien in Alltagssituationen Ursachenanalyse betreiben. Kulturfremde Interaktionspartner denken, fühlen und handeln jeweils entsprechend ihrer kulturspezifischen Sozialisation und damit nicht immer in einer Art und Weise, die in einem anderen soziokulturellen Kontext als üblich bzw. angemessen gilt.
Aufklärung
Ende des 17. Jahrhunderts einsetzende und bis ins 19. Jahrhundert reichende, zumeist aber auf den Zeitraum 1720-1785 begrenzte geistesgeschichtliche Epoche, die z.B. von den Philosophen de Spinoza, D. Hume, Voltaire und I. Kant geprägt war und dem Wahlspruch 'sapere aude' folgte: ?Habe Mut, dich deines eigenen Verstandes zu bedienen.? Gestützt auf das naturwissenschaftliche Erkenntnismodell und die damit gewonnenen epochalen Erkenntnisse sollte die Vernunft den Menschen von seiner ?selbstverschuldeten Unmündigkeit? befreien, die in engem Zusammenhang mit dem metaphysischen Weltbild gesehen wurde.
Auftragshersteller
Erscheinungsform des Contracting (vgl. auch Soziodiversität). Hierbei stellt ein in einem fremden Wirtschaftsgebiet ansässiger Hersteller im Auftrag eines inländischen Unternehmens und auf vertraglicher Basis Teile oder ganze Produkte her.
Ausfallbürgschaft
Wird dann fällig, wenn der Gläubiger nachweislich und erfolglos die Zwangsvollstreckung gegen den Hauptschuldner betrieben hat, d.h. den Ausfall seiner Forderung hinnehmen musste.
Ausfallrisiko
Gefahr, dass ein Schuldner seine Zahlungsverpflichtung nicht erfüllt.
Ausfuhrliste
Führt sämtliche Waren bzw. Warengruppen auf, die gemäß Außenwirtschaftsverordnung (AWV) unter Genehmigungsvorbehalt stehen. Im Extremfall kann es sich hierbei um Ausfuhrverbote handeln. Gegenstand der Anlage AL zur AWV sind weiterhin die Restriktionen, denen der Transithandel und Teile des Dienstleistungshandels unterliegen.
Ausfuhrrisiko
Generischer Begriff für alle Arten von politischen, rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken, die ein Unternehmen vergegenwärtigen muss, wenn es international tätig ist (im Sinne von Export).
Ausgleichszoll
Zusätzlicher Zoll, der nach den Bestimmungen des Allgemeinen Zoll- und Handelsabkommens (GATT) dann erhoben werden darf, wenn ein Exporteur in seinem Herkunftsland eine unzulässige Exportförderung erhalten hat (Antidumping-Zoll).
Auslandsagent
Rechtlich selbständiger Handelsmittler, der Auslandsgeschäfte in fremdem Namen und auf fremde Rechnung abschließt. Als Vermittlungsagent stimmt er die Anforderungen und Bedürfnisse von Lieferant und Abnehmer aufeinander ab, im Extremfall als Allein- bzw. Generalvertreter. Der Abschlussagent tätigt in einem fremden Wirtschaftsgebiet Geschäftsabschlüsse, unterhält Ausstellungsräume sowie Auslieferungslager und gewährleistet den erforderlichen Kundendienst.
Auslandsbonds
Im Inland von einheimischen Emittenten ausgegebene festverzinsliche Wertpapiere, die auf eine ausländische Währung lauten.
Auslandsdelegierte
Mitarbeiter des Stammhauses, die ins Ausland entsandt werden, um dort als 'expatriates' für das entsendende Unternehmen bestimmte Funktionen zu erfüllen (z.B. Know how-Transfer, Vermittlung und Abstimmung von Unternehmensstruktur und -strategie).
Auslandskunde
Wissenschaft, welche die ethnologischen, geographischen (Wirtschaftsgeographie), kulturellen, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen fremder Staaten erforscht.
AuslandsMarketing
Marketing für ausländische Zielmärkte. Auslandsmarketing ist die alternative, selten gebrauchte Bezeichnung für Exportmarketing. Hierbei handelt es sich um einen hauptsächlich deskriptiv orientierten Vorläufer des eher explikativen Internationalen bzw. Interkulturellen Marketing.
Auslandsmarkt
In Abgrenzung zum Binnenmarkt (potenzielles) Absatzgebiet für wirtschaftliche Leistungen, das jenseits der Landesgrenzen des Herkunftslandes eines Unternehmens liegt.
Auslandsmarktforschung
Zuständig für die Beschaffung und Verwertung von Informationen über ausländische Märkte, die aufgrund einer Vielzahl von Problemen (Sprachbarriere, geographische und kulturelle Distanz, Mentalitätsunterschiede, rechtliche Restriktionen, mangelnde informations- und kommunikationstechnologische Infrastruktur) im Regelfall weitaus mehr Aufwand verursacht und zu gewöhnlich weniger befriedigenden Ergebnissen führt als die klassische (Binnen-)Marktforschung.
Auslandsmesse
Jegliche Art von Messe, die im Ausland abgehalten wird. Auslandsmessen sind ein wichtiges Instrument der Export- bzw. Außenwirtschaftsförderung und werden deshalb in vielfältiger Weise unterstützt, insb. was die Beteiligung mittelständischer Unternehmen anbelangt.
Auslandsquote
Einfache Kennzahl der Internationalisierung. Indem man die jeweils entsprechenden nationalen und internationalen Bestandsgrößen (z.B. Anzahl der Beschäftigten) oder Bewegungsgrößen (z.B. Investitionen, Absatz, Gewinn) zueinander in Beziehung setzt, erhält man einen ersten Eindruck von der relativen Bedeutung des Auslandsgeschäfts für ein Unternehmen, eine Branche oder eine ganze Volkswirtschaft. Im Gegensatz dazu wird dessen absolute Bedeutung durch Kennzahlen wie Auslandsumsatz erfasst.
Auslandsumsatz
Umsatz, den ein Unternehmen mit ausländischen Abnehmern erzielt

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