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Effektivzoll
Berücksichtigt, anders als die traditionelle Theorie (Nominalzoll-Konzept), auch die Auswirkungen von Zöllen auf die importierten Vorleistungen. Dadurch lässt sich feststellen, wie groß das Ausmaß des ?zollinduzierten Schutzes? einer Industrie ist. Dieser Effekt schwindet in dem Maße, wie Zollabgaben die importierten Vorleistungen verteuern.
Effizienz
Kriterium, das dem für eine Wirtschaftswissenschaft zentralen Knappheitsgedanken Rechnung trägt. Dieses Kriterium erfasst, ob ein Ziel erreicht wurde, ohne die dafür notwendigen Produktionsfaktoren zu verschwenden (= technische Effizienz). Die Mikroökonomie spricht von ökonomischer Effizienz, wenn eine bestimmte Menge an Gütern zu den geringst möglichen Kosten hergestellt wird.
Eigenkapital
Die finanziellen Mittel, die Eigentümer ihrem Unternehmen ohne zeitliche Begrenzung zur Verfügung stellen. Dies geschieht zunächst bei der Unternehmensgründung durch eine entsprechende Einlage. Im weiteren Verlauf der Geschäftstätigkeit steht eine Vielzahl von Optionen zur Verfügung, die Eigenkapitalquote zu erhöhen (z.B. Erhöhung der Kapitaleinlagen der Gesellschafter, Aufnahme neuer Gesellschafter oder Gewinneinbehalt).
Einfuhrabgaben
Indirekte Steuern, die auf Importe erhoben werden.
Einfuhrerklärung
Ist gemäß § 18 AWV vor der Einfuhr genehmigungsfreier Ware mit Hilfe der Anlage E1 zur Außenwirtschaftsverordnung (AWV) bei dem Bundesamt für Wirtschaft (BAM) bzw. dem Bundesamt für Ernährung und Forstwirtschaft einzureichen. Die von einem dieser Bundesämter abgestempelte Einfuhrerklärung ist bei der Einfuhr der betreffenden Ware bei der Zollstelle vorzulegen. Dadurch soll es möglich sein, ungewöhnliche Entwicklungen bei der Einfuhr genehmigungsfreier Ware frühzeitig zu entdecken.
Einfuhrgenehmigung
Ist gemäß § 30 Außenwirtschaftsverordnung (AWV) für solche Waren beim Bundesamt für Wirtschaft (BAW) nach Anlage E3 zu beantragen, die Spalte 4 der Einfuhrliste als genehmigungspflichtig ausweist. Für landwirtschaftliche Erzeugnisse sind entsprechend das Bundesamt für Ernährung und Forstwirtschaft (BEF) oder die Bundesanstalt für Landwirtschaft zuständig.
Einfuhrkontingent
Schutz inländischer Anbieter durch Beschränkung der Einfuhr konkurrierender ausländischer Erzeugnisse für einen festgelegten Zeitraum. Beim Mengenkontingent besteht die Begrenzung in einer Höchstmenge, beim Wertkontingent in einem maximalen Einfuhrwert. Einfuhrkontingente können in Handelsverträgen mit einzelnen Ländern (Länderkontingent) oder Ländergruppen (Globalkontingent) definiert werden.
Einfuhrliste
Führt solche Waren auf, deren Einfuhr genehmigungsfrei bzw. genehmigungsbedürftig ist. Diese Anlage des Außenwirtschaftsgesetzes (AWG) besteht aus drei Teilen: I = Anwendungsvorschriften, II = Länderliste und III = Warenliste.
Einheitliche Europäische Akte
Basiert auf der feierlichen Deklaration zur Europäischen Union (EU). Die Einheitliche Europäische Akte (EEA) ist die erst umfassende Änderung und Ergänzung der Gemeinschaftsverfassung seit Unterzeichnung der Römischen Verträge. Übergeordnetes Ziel des im Februar 1986 von den Außenministern der Europäischen Gemeinschaft (EG) unterzeichneten und 1987 in Kraft gesetzten Vertragswerks war die Umwandlung der EG in die EU.
Einheitspapier
Standardisierter Satz von acht Formularen mit insgesamt 54 Angaben, die seit dem 1.1.1988 EG- und später EU-weit bei der Einfuhr bzw. Ausfuhr auszufüllen sind.
Einheitspreis
Extremform der Standardisierung der Preis- und Konditionenpolitik (nicht nur) im Internationalen Marketing. Neben marketing-spezifischen Überlegungen (bspw. Kaufkraft, nutzenorientierte Preisbildung) sprechen gegen die Strategie, für alle Ländermärkte einen einheitlichen Preis festzulegen, viele (ordnungs-)politische Restriktionen (bspw. Preisbindung, Minimal-, Maximalpreis).
Einkaufsagent
Auf den Einkauf in einem bzw. mehreren gleichartigen Ländermärkten spezialisierter Dienstleister. Aufgrund seiner spezifischen Marktkenntnisse kann er einem ausländischen Auftraggeber (quantitativ und/oder qualitativ) günstigere Einkaufsmöglichkeiten erschließen, als wenn dieser die gleichen Leistungen selbst beschaffen würde (d.h. per direktem Import). Der 'buying agent' schließt keine Verträge im eigenen Namen ab, sondern agiert als Vertreter seines ausländischen Auftraggebers.
Einkaufskontor
Kooperative Beschaffungsorgane insb. von Handelsunternehmen (Dienstleistungshandel). Strategisches Ziel ist die Bündelung von Einkaufsvolumina, um Vorteile bei den Zahlungskonditionen (Zahlungsbedingungen), aber auch Zugang zu internationalen Beschaffungsmärkten zu erlangen.
Electronic Data Interchange for Administration, Commerce and Transport
Regelwerk zur Standardisierung des elektronischen Austausches von Transaktionsdaten (Bestellungen, Rechnungen) zwischen Unternehmen (EDIFACT).
Embargo
Verbot des Exports bestimmter ?sensibler? Güter (insb. Erdöl, Waffen u.a. strategische Güter) in bestimmte Länder (z.B. Krisenregionen). Im Gegensatz zum Protektionismus geht es dabei vordergründig nicht um den Schutz heimischer Anbieter, sondern primär darum, politische Interessen gegenüber anderen Staaten zu verfolgen. Anders als die Wirtschaftsblockade ist das Embargo selektiv, d.h. auf einzelne, kritische Güter beschränkt (vgl. z.B. das COCOM-Hochtechnologieembargo oder das Waffenembargo).
Emerging Markets
Nicht-industrialisierte Volkswirtschaften mit relativ niedrigem Pro-Kopf-Einkommen, deren Kapitalmärkte unterentwickelt sind und die ein vergleichsweise starkes Wirtschaftswachstum aufweisen. Zu dieser Kategorie von Ländern zählen bspw. Brasilien, Südkorea, Mexiko, Südafrika, Thailand und die Mehrzahl der mittel- und osteuropäischen Länder.
Emic
Gegensatz zu etic. Die häufig gestellte Grundsatzfrage, ob Phänomene wie Kompetenz, Intelligenz etc. ?etisch?, d.h. kulturfrei, oder ?emisch? sind, geht auf den Linguisten K.L. Pike zurück. Er bezeichnete Laute, die nur in einer bestimmten Sprache auftreten, als ?Phonemics?, universell präsente Töne hingegen als ?Phonetics?.
Emigrant
Mensch, der sein Heimatland aus wirtschaftlichen, politischen oder religiösen Gründen mehr oder minder ?freiwillig? und dauerhaft verlässt.
Enkulturation
Hineinwachsen in die eigene Kultur und Übernahme kulturspezifischer Werte. Von der Enkulturation abgegrenzt wird die Akkulturation (d.h. das Hineinwachsen in eine Fremdkultur und die mehr oder weniger weitgehende Übernahme von Kulturstandards, Normen und Werten, die für die Fremdkultur charakteristisch sind). Enkulturation ist ein Spezialfall der Assimilation.
Enlargement Address Book
?Adressbuch? der Europäischen Kommission. Es enthält u.a. Namen und Adressen der EU-Delegationen in den Beitrittsstaaten, der nationalen Koordinierungsstellen für die EU-Hilfe in den Beitrittsstaaten sowie der nationalen Programme für die verschiedenen Politikbereiche (Finanzen, Forschung, Landwirtschaft, Normen etc.), welche die Anpassung an den gemeinschaftlichen ?Besitzstand? beschleunigen sollen. Darüber hinaus finden sich in dem EAB die Anschriften von wichtigen Kontaktpersonen.
Entwicklung
Positive Veränderung des Wohlstandsniveaus einer Volkswirtschaft im Zeitverlauf.
Entwicklungsbank
Öffentlich-rechtliche Einrichtung, die ihre Aufgaben, d.h. die (Co-)Finanzierung von Maßnahmen zur Förderung von Außenhandel, Infrastruktur und struktureller Anpassung, hauptsächlich aus folgenden Geldquellen finanziert: Einlagen ihrer Mitglieder, Rückfluss von Krediten und Emission von Schuldverschreibungen auf den Kapitalmärkten.
Entwicklungshilfe
Bündel von Maßnahmen, die hauptsächlich Industrieländer, staatliche und nicht-staatliche Organisationen (NGO) ergreifen, um zu einer Beschleunigung der sozioökonomischen Entwicklung aller oder ausgewählter Dritte-Welt-Länder beizutragen.
Entwicklungsindikator
Maß des Entwicklungsgrades einer Volkswirtschaft. Dabei wird Entwicklung zumeist ausschließlich ökonomisch-quantitativ definiert, z.B. mit Hilfe des an der Bevölkerungszahl relativierten BSP (Pro-Kopf-Einkommen) oder als Grad der (ungleichmäßigen) Verteilung des Pro-Kopf-Einkommens innerhalb einer Gesellschaft.
Entwicklungsland
Land, dessen wirtschaftliche Entwicklung im Vergleich zu den Industrieländern rückständig ist. Auch wenn versucht wird, diese Klassifizierung mit Hilfe von Entwicklungsindikatoren zu objektivieren, so ist sie doch, wie jede Normsetzung, in gewisser Weise willkürlich.

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